p.v.p.t.b – posieren, vorlesen, pusten, tanzen, brüllen

Ganz getreu dem Motto „Übung macht den Meister“ haben wir uns einzeln vor die Siegessäule positioniert und versucht, die Goldelse Die Goldelse imitierenbestmöglich zu imitieren. Allerdings waren wir nur fast perfekt ausgestattet (mit einem Kranz und einem „Feldzeichen“). (siehe linkes Foto)

Ein wichtiges Detail fehlte uns noch! Und aus heiterem Himmel, man meinte es gut mit uns, bekam AR zwei Flügelchen geschenkt, die nun das Abbild der Goldelse perfekt machten. (siehe rechtes Foto).geschenkte Flügel

Während unserer Statue-Akrobatik bekamen wir fröhliche Blicke zugeworfen, des Öfteren wurden wir sogar neugierig gefragt, was wir da gerade machen würden. Auf unser „Wir imitieren die Goldelse.“ bekamen wir meist ein fröhliches Zunicken oder ein Lächeln entgegengebracht. Negative oder sogar abwertende Reaktionen gab es keine.

 

 

Von der Siegessäule aus zogen wir weiter in den umliegenden Tierpark. Das herrliche Wetter sahen wir nicht nur als willkommene Gelegenheit um Vitamin D zu tanken, sondern auch um unseren Mitmenschen etwas Gutes zu tun. Damit waren wir nämlich bei unserer 2. Übung: „eine Kurzgeschichte vorlesen“. So schlenderten wir nun durch den Tiergarten auf der Suche nach Menschen, die darauf warteten, dass man ihnen an einem so schönen warmen und sonnigen Tag etwas zur Unterhaltung vorliest. Zunächst gestaltete sich unsere Suche allerdings gar nicht so einfach, da wir anscheinend einen Platz erwischt hatten, an dem Leute gern nackte Tatsachen sprechen ließen. 😉 Wir müssen zugeben, dass wir dann eher die Ambitionen hatten, nach etwas mehr bekleideten Zuhörern Ausschau zu halten. Die Situation wäre uns dann doch schon ziemlich unangenehm gewesen und hätte unsere eh schon von der Wärme geröteten Wangen nur noch mehr erröten lassen. Aber nach weiterem Ausschauhalten wurden wir dann nach und nach doch noch fündig. So setzte sich dann eine aus unserer Gruppe ohne jeglichen Kommentar zu der Person/zu den Personen auf die Bank, schlug das Buch „Der kleine Prinz“ auf und las einige Zeilen in ruhiger und idyllischer Umgebung vor. Es gab sogar ein älteres Pärchen, was sich für die kurze „Lesestunde“ bedankt hat und das Vorlesen als sehr angenehm empfand. J Ansonsten gab es aber eher verwunderte bzw. irritierte Blicke. (siehe unteres linkes Foto)

kleine Lesestunde

Dennoch hochmotiviert und von dem Gefühl für Heiterkeit und Freude zu sorgen beschwipst, stellten wir uns u. a. auf eine Parkbank und ließen Seifenblasen in die Lüfte fliegen. Von einem Lächeln im Gesicht bis hin zu dem nett gemeinten Kompliment „Das machst du aber schön.“ waren alle möglichen Reaktionen dabei. Leider war demnach nicht jeder vorbeikommende Tiergartenspaziergänger für das Seifenblasenspektakel zu haben. Manche gingen ohne jegliche Reaktion an uns vorbei oder guckten etwas argwöhnisch in unsere Richtung. Aber wir ließen uns trotzdem nicht beirren, denn die meisten Leute fanden es anscheinend ganz erheiternd. Vor allem hatten wir auch einen ganz kleinen Fan, der von unseren Seifenblasen fasziniert war. (siehe rechtes Foto)kleiner Seifenblasenfan

Wir wechselten dann im Anschluss daran die Location…raus aus dem ruhigen, sauerstoffreichen, schattenspendenden Ambiente in Richtung wuseliger, nach Abgasen riechender Straße. An einer gut übersichtlichen Straßenecke stellten wir uns so dann in unsere Ausgangstanzposition, setzten unsere Sonnenbrillen getreu unseren Vorbildern auf und schmissen die Musik an. Zu unserer eigenen Verwunderung ließ sich sogar eine gewisse Synchronität in unseren Bewegungen erkennen. 😉 Und auch die vorherigen Befürchtungen, man könne sich über uns lustig machen, haben sich nicht bestätigt. Vorbeischlendernde Passanten, Autofahrer und sogar die hart arbeitenden Landschaftsgärtner in näherer Umgebung waren zu begeistern.

Zu guter Letzt stand uns dann noch die nächste Übung bevor. Nun ging es nicht darum durch Bewegungen, sondern durch lautes Artikulieren aufzufallen. Wir suchten uns als geeigneten Schauplatz einen S-Bahnhof aus. Schließlich ist da mit einem höheren Publikumsverkehr zu rechnen. Auch hierbei spekulierten wir im Vorfeld, dass es wahrscheinlich viele Leute geben wird, die von solch lauten Unterhaltungen genervt sein werden und uns mindestens nicht wohlwollend gemeinte Blicke entgegenwerfen würden. Wir selbst finden es ja auch immer etwas unangenehm, wenn wir unfreiwillig die Gespräche anderer aufs Ohr gedrückt bekommen.

Aber nun gut…kneifen gilt nicht, dachten wir uns und erhoben unsere Stimmen auf ein unnatürliches Lautstärkemaß. So unterhielten wir uns auf dem Weg zur S-Bahn und auf dem Bahnsteig selbst über Gott und die Welt. Schnell hatten wir überraschenderweise Gefallen daran gefunden, sich in einer Lautstärke zu unterhalten, bei der selbst der Fahrgast am anderen Ende des Bahnsteiges locker mithören konnte, was gesprochen wurde. Tjaaaaa, aber irgendwie blieben die genervten Blicke, das Augenverdrehen oder sogar das direkte Ansprechen seitens der anderen Fahrgäste aus! Aber vielleicht lag der Grund der ausgebliebenen Reaktionen darin, dass die Menschen so mit sich selbst beschäftigt sind, dass es sie gar nicht wirklich interessiert, was da gerade um sie herum geschieht. Oder sie sind es auf eine Art und Weise schon gewohnt, wenn sich ein kleines Grüppchen gefühlt über den ganzen Bahnsteig hinweg anbrüllt. Das extralaute Telefonieren am Handy in der U-Bahn ist ja anscheinend auch schon eine normale Kommunikationsvariante geworden. 😉

Alles in allem hatten wir sehr viel Spaß bei den Übungen und wurden ab und zu überrascht, was die Reaktionen unserer Mitmenschen anging. Wahrscheinlich hat uns zusätzlich auch der sonnige Tag ein bisschen in die Hände gespielt. 😉

Liebe Grüße und heeeeey Macarena

AK, AR und SB

2 thoughts on “p.v.p.t.b – posieren, vorlesen, pusten, tanzen, brüllen”

  1. Da bekommt man doch gleich Lust mitzutanzen 🙂 Eine tolle Idee! Die lauten Gespräche auf dem Bahnsteig sind wohl tatsächlich schon so normal, dass sich keiner mehr dafür interessiert. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen im nächsten Teil.

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